Mit dem folgenden Schreiben ruft die Uni Kiel Plattdeutschsprecherinnen und -sprecher dazu auf, bei der Erstellung eines „klingenden Sprachatlas“ von Schleswig-Holstein mitzumachen:

Liebe Plattdeutschsprecherinnen und -sprecher,

für ein internationales Projekt, initiiert durch den französischen Sprachwissenschaftler Philippe Boula de Mareüil und unterstützt durch die Niederdeutsche Abteilung der CAU Kiel, werden aktuell Plattsprecher aus Schleswig-Holstein gesucht. Bei dem Projekt sollen Sprachkarten erstellt werden, auf denen man sich u.a. Proben verschiedener niederdeutscher Mundarten anhören kann. Als Grundlage dient die Äsop-Fabel „Nordwind und Sonne”, die in plattdeutsche Ortsdialekte aus allen Regionen Schleswig-Holsteins übertragen und vorgelesen werden soll.

Was muss man tun, um teilzunehmen?

1) Die folgende kurze Fabel in den eigenen Ortsdialekt übersetzen:

Nordwind und Sonne

Einst stritten sich Nordwind und Sonne, wer von ihnen beiden wohl der Stärkere wäre, als ein Wanderer, der in einen warmen Mantel gehüllt war, des Weges daherkam. Sie wurden einig, dass derjenige für den Stärkeren gelten sollte, der den Wanderer zwingen würde, seinen Mantel abzunehmen. Der Nordwind blies mit aller Macht, aber je mehr er blies, desto fester hüllte sich der Wanderer in seinen Mantel ein. Endlich gab der Nordwind den Kampf auf. Nun erwärmte die Sonne die Luft mit ihren freundlichen Strahlen, und schon nach wenigen Augenblicken zog der Wanderer seinen Mantel aus. Da musste der Nordwind zugeben, dass die Sonne von ihnen beiden der Stärkere war.

2) Die plattdeutsche Übersetzung vorlesen und dabei als Audio-Datei speichern (z.B. im mp3-Format). Sollten Sie Ihre Übersetzung auch in schriftlicher Form vorliegen haben, lassen Sie uns diesen Text gerne ebenfalls zukommen, denn alle Dialektaufnahmen sollen in dem späteren Atlas zusätzlich auch zum Mitlesen präsentiert werden.

3) Die folgende Teilnahmeerklärung ausdrucken, ausfüllen und unterschreiben:

Teilnahmeerklaerung Aesop op Platt.pdf

Ihre Unterschrift ist notwendig, damit wir Ihre Aufnahme nachher (anonymisiert) veröffentlichen dürfen. Das Formular enthält auch einige Fragen zu Ihrer Person (Alter, Geburtsort, wo aufgewachsen) sowie die Frage, welchen Ortsdialekt die Aufnahme repräsentiert – damit wir auch wissen, wo wir Ihre Aufnahme auf der Karte verorten müssen.

Bitte senden Sie dann die Sprachaufnahme, ggf. die schriftliche Version davon sowie das eingescannte Formular per Email (als Dateianhang) an die Niederdeutsche Abteilung der CAU Kiel (elmentaler@germsem.uni-kiel.de).

Wir freuen uns über jede Zusendung. Einsendeschluss ist Ende September 2020. Je mehr Aufnahmen wir erhalten, desto interessanter wird am Ende der „klingende“ Dialektatlas.

Wer wissen möchte, wie so etwas aussieht, kann sich hier den Atlas für die Regionalsprachen in Frankreich ansehen (und anhören): https://atlas.limsi.fr/

Mit den besten Grüßen,

Michael Elmentaler

(Foto: Siegbert Brey, Lizenz: CC BY-SA 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de, keine Änderungen)