Siet 1975 is Joachim Hinz ut Aukrog (Aukrug) mit Films togang. Dor weer he 22 Johr oolt un studeer an de Pädagoogsche Hooschool un de Christian-Albrechts-Universität in Kiel. 1981 keem mit „Tanz auf dem Wasser“ sien eerste Film för’t Fernsehn rut. Deertenfilms sünd denn sien Leidenschap worrn. In de verleden 45 Johren hett he üm un bi 50 Stück dorvun maakt. Sien Filmprojekten hebbt den Schoolmeister för Engelsch un Spoort üm de halve Welt bröcht. Dreiht hett he al op de Seychellen, in Kenia, Uganda, Ruanda un Mosambik. Man he is ok veel in’n Noorden ünnerwegens. Nu gifft dat den eersten Naturfilm vun Joachim Hinz op Platt. Un twoors jüst as 1981 över de Libell.

Joachim Hinz ut Aukrog

Wat för Films maakt Se?
Joachim Hinz: Man kann drei Ebenen unterscheiden: Die erste Ebene sind Filme für das Fernsehen. Dafür wird der Schnitt von einer Cutterin gemacht und der Text mit einem professionellen Sprecher aufgenommen. Die zweite Ebene sind Unterrichtsfilme, die für das Institut für Weltkunde in Hamburg produziert werden. Die dritte Ebene sind dann semiprofessionelle Eigenproduktionen, die ich in Eigenregie mache. Dazu gehört auch der Film über die Libelle. Auf der zweiten un dritten Ebene machen ich dann alles selbst.

Woans sünd Se op de Idee kamen un maken mit eens en Film ok op Platt?
Ich sympathisiere sehr mit dem Plattdeutschen, kann es aber selber nicht sprechen. Mein Vater kommt vom Land und hat auch Plattdeutsch gesprochen. Aber wir haben dann in Plön gelebt und in der Stadt hat man die Sprache nicht mehr benutzt. Die plattdeutsche Version zu machen, war ursprünglich die Idee meiner Frau. Ich war gleich sehr angetan davon.

Wokeen hett Jüm mit de Spraak hulpen?
Das war Helmut Böttcher aus Nortorf vom Team-Nortorf-Video. Der hat das ganz toll gemacht.

Vele Fackbegrepen ut de Wetenschap gifft dat nich op Plattdüütsch. Is dat dorüm vigelienscher un maken so en Film?
Es ist grundsätzlich gar nicht so einfach so einen Filmtext zu machen. Der Text muss eine gesunde Mischung sein und nicht ausschließlich aus Fachbegriffen bestehen. Diese Filme richten sich ja an ein breites Publikum und sollen allgemein verständlich sein. Die Sprache sollte deshalb auch nicht unbedingt wissenschaftlich gehalten sein. Wichtig ist natürlich, dass alle darin enthaltenen Informationen stimmen.

Bi wat hett Plattdüütsch de Nees vörn gegenöver dat Hoochdüütsche?
Es schafft mehr Vertraulichkeit zwischen den Leuten. Sie kommen vielleicht besser zueinander. Deshalb sollte man die Sprache pflegen und weiter ausbauen. Wobei das wahrscheinlich gar nicht so einfach ist.

Still ut: Aventüür Goorn: De Libell – ut´t Woter in de Luft.

An mehr as 40 Modellscholen warrt Plattdüütsch in Sleswig-Holsteen jo nu ok richtig to’n Spraaklehren ünnerrichtet. Kunnen plattdüütsche Films över Deerten ok intressant för den Ünnericht ween?
Das könnte ich mir vorstellen. Zielgruppen für Tierfilme sind Kinder bis zur fünften, sechsten Klasse. Bis sie in die Pubertät kommen. Dann fängt es wieder bei jungen Eltern an, deren Kinder Tierfilme schauen.

Schall dat mehr Films op Platt geven?
Joachim Hinz: Wenn es dafür einen Markt gibt, schon. Ich könnte mir auch vorstellen, den Film öffentlich zu präsentieren. Ich zeige meine Filme ja auch bei Vorführungen, z. B. im Seniorenclub. Da kommen dann so zwischen 50 bis 150 Leuten hin und schauen sich das an. Das würde ich mal ausprobieren.
Außerdem werde ich die plattdeutsche Version des Films auch bei dem Naturfilmfestival „Green Screen“* in Eckernförde zeigen. Ich bin sehr gespannt, wie dort die Reaktion ausfällt.

Velen Dank för dat intressante Gespreek, bi dat ik en Masse tolehrt heff.

* Dat „Green Screen“-Festival finnt jedet Johr in’n September in Eckernföör statt un is mit üm un bi 30.000 Besökers dat gröttste Naturfilmfestival in Europa. Bi dat Festival warrt de Hein-Sielmann-Pries utgeven. Üm den gaht ca. 200 Films in’t Rennen. För den gifft dat en Priesgeld vun 7.500 Euro.

Ankieken kann een sik den plattdüütschen Film „Aventüür Goorn: De Libell – ut´t Woter in de Luft” hier: